Und neben all dem “Tschacka” war da noch was, nämlich das Thema: Mental Load!
Natürlich haben mich nicht „nur“ das Thema Mode oder meine persönliche weitere berufliche Entwicklung beschäftigt, wenn ich an die letzten 1 ½ Jahre denke. Alles und jeder war und ist in Aufruhr und ich mache mir weiterhin Gedanken wie es nun weitergeht während und nach der Pandemie. Gibt es bald wieder einen Lockdown, können die Kinder weiterhin in die Schule gehen und was machen die Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen oder können? Wann kann ich meine Schwester wieder in den USA besuchen ohne sie oder andere zu gefährden und wie unglaublich tragisch es ist, dass so viele Menschen aufgrund der Pandemie von uns gehen mussten!
Aber ich glaube auch fest daran, dass viele von uns erstaunt waren, dass die uns durch COVID-19 auferlegte Entschleunigung irgendwie auch “ganz gut” getan hat. Kommt ihr Mütter, gebt es zu! Ging es Euch nicht auch so, dass ihr mal tief durch geatmet habt, weil man die Kinder nicht allwöchentlich zum Basketball, Tanzen, der Logopädie oder dem Klavierspielen fahren musste und man sich all das organisatorische ringsherum sparen konnte? Das wieder gemeinsam gekocht, gespielt, gelacht oder auch vor Verzweiflung geweint wurde (ob des nicht vorhandenen Grades der Digitalisierung an den deutschen Schulen oder das die Erstklässlerin die Wörter nicht hintereinander weg liest sondern die Buchstaben einzeln ausspricht mit einem Strahlen im Gesicht und du am Liebsten die Leselernbücher an die Wand klatschen wollen würdest)? Bei uns zu Hause gab es diesbezüglich ein lachendes und ein weinendes Auge. Den Kindern wünschte man all diese sozialen Kontakte, den Spaß mit den Freunden, das Austoben beim Sport und man hat mit ihnen gelitten wenn sie traurig waren, dass alle Dinge die Spaß machen tabu gewesen sind. Sie sind wichtig, Charakter- und Sozialkompetenz bildend, aber auf der anderen Seite wurde einem ein großer logistischer und stressreicher Faktor erspart. Ich empfand es jedenfalls so und oute mich hiermit.
Bei all dem Auf und Ab muss ich gestehen, dass mir zwischendurch trotz all der oft positiven Vibes und der vielen Zeit mit meinen Kindern und dem Ehemann, ziemlich oft die Decke auf den Kopf gefallen ist. Plötzlich fand ich mich inmitten eines Chaos von Home Schooling, Vertriebsvollzeitjob, Pubertier, Hausarbeit und keiner, aber auch wirklich keiner Auszeit zum Durchatmen wieder. Ich war oft gereizt und habe es an meinen Kindern und meinem Mann ausgelassen.
Als ich dann völlig erschöpft umzingelt von einem riesigen Wäschehaufen auf dem Bett saß fing ich an zu weinen und zu googeln: Erschöfpung während Corona, Überforderung durch Home Schooling und Co… und auf einmal stand es da, schwarz auf weiß: Mental Load. Und ein Buchtipp zu genau diesem Thema: Die Frau fürs Leben ist nicht das Mädchen für alles! Was Eltern gewinnen, wenn sie den Mental Load teilen von Laura Fröhlich. Eine Frau mit solch einem Nachnamen MUSS einfach wissen wo der Hase langläuft habe ich mir gedacht und habe mir zum nächsten Badputz das Buch auf audible.de angehört. Meine Güte, Laura spricht von mir! Sie hat ein Buch über mich geschrieben. Mein Leben, meine Herausforderungen, einfach Anne! Woher weiß sie das alles und wie können wir sofort all das anpacken und ändern?
Als ich dann völlig erschöpft umzingelt von einem riesigen Wäschehaufen auf dem Bett saß fing ich an zu weinen und zu googeln: Erschöfpung während Corona, Überforderung durch Home Schooling und Co… und auf einmal stand es da, schwarz auf weiß: Mental Load. Und ein Buchtipp zu genau diesem Thema: Die Frau fürs Leben ist nicht das Mädchen für alles! Was Eltern gewinnen, wenn sie den Mental Load teilen von Laura Fröhlich. Eine Frau mit solch einem Nachnamen MUSS einfach wissen wo der Hase langläuft habe ich mir gedacht und habe mir zum nächsten Badputz das Buch auf audible.de angehört. Meine Güte, Laura spricht von mir! Sie hat ein Buch über mich geschrieben. Mein Leben, meine Herausforderungen, einfach Anne! Woher weiß sie das alles und wie können wir sofort all das anpacken und ändern?
Das Buch hat mich sogar zu Tränen gerührt (ok, ich geb’s zu, ich bin auch einfach ein sehr emotionaler Mensch, aber wenn ihr das Buch lest, dann versteht ihr was ich meine) und mich sehr nachdenklich gestimmt, hatte ich doch immer das Gefühl alles gut gemanaged zu bekommen und vor allem: alles unter Kontrolle zu haben. Aber auch die “Super-Mami” hat ihre Grenzen. Nachdem ich das Hörbuch zweimal (!) hintereinander anhörte, hatte ich beschlossen meinem Mann eine Kopie von dem Buch zu schenken, denn ich hatte das Gefühl, dass niemand sieht was ich alles leiste und wie sehr es mich belastete die Haupt Care-Arbeit alleine zu bewältigen. Er hat das Buch innerhalb kürzester Zeit gelesen und ich kann nicht sagen, dass nun alles perfekt ist und natürlich haben wir immer noch unsere verschiedenen Ansichten auf die vielen organisatorischen und zu erledigenden Dinge, aber es funktioniert um einiges besser als am Anfang von COVID-19 und was soll ich sagen, das “Danke, ich sehe was du hier tagein und tagaus leistest!” ist Balsam für meine Seele. Eine große Hilfe für uns ist hierbei das “Jour Fixe” am Sonntagabend bei dem wir die wichtigsten gemeinsamen und die jeweiligen persönlichen Termine durchgehen und aufeinander abstimmen. Bisher lief das eher chaotisch ab und es gibt mir die Möglichkeit zu sagen: das schaffe ich nicht in dieser Woche, kannst du das bitte übernehmen. Wir arbeiten beide in Vollzeit und müssen an einem Strang ziehen wenn es um die Kinder, den Hund und den Haushalt geht, einer alleine sollte das nicht schaffen müssen.
Und ja, ich weiß auch, dass ich trotz allem dankbar und glücklich sein sollte dass ich jemanden an meiner Seite habe den ich um Hilfe bitten kann. Das war aber auch schon mal anders, ich weiß also genau was ihr Alleinerziehenden leistet - ich ziehe meinen Hut!
Ich kann Euch allen, Alleinerziehend oder als Care-Arbeit leistender Teil eines Paares, dieses Buch nur ans Herz legen, solltet ihr mit dem Thema Mental Load noch nicht in Berührung gekommen sein oder gar noch mehr zu dem Thema in Erfahrung bringen wollen.
Es sind Babysteps gewesen, aber sie haben mir sehr geholfen wieder zu mir zu kommen und meine Mitte zu finden, oder wie meine Schwester es neulich so schön formuliert hat: meine Stimme wieder zu hören.
Rückblickend kann ich sagen, dass mir das Buch gepaart mit einem Persönlichkeitscoaching die Augen geöffnet und mich gelehrt haben, dass ich nicht alles alleine schaffen muss, soll und kann und seither helfen meine Kinder mehr im Haushalt mit und ich nehme mir meine “Anne Zeit” wann auch immer ich sie brauche um meine Batterien wieder aufzuladen. Dieser Ausgleich, sei es mit meinen Freundinnen telefonieren oder ausgehen, Sport treiben, abends Netflix schauen, mir eine Thai-Massage gönnen oder einfach mal nichts tun und den ganzen Tag im Pyjama rumlaufen, ermöglicht es mir für meine Lieben da zu sein, meinen Job erfolgreich zu erfüllen und darüber hinaus noch Kapazitäten für meine Herzensprojekte, wie meinen Blog, zu haben.
Lasst mich wissen ob Ihr Euch zu dem Thema austauschen wollt oder gebt gern noch weitere Tips, wir sind alle dankbar dafür! Ihr seid nicht allein, es war und ist eine schwere Zeit, die an niemandem spurlos vorbeigegangen ist.
Eure Anne